Planspiel Arbeitswelten der Zukunft

Rückblick auf die Auftaktveranstaltung »Plan A«

Rückblick auf die Auftaktveranstaltung »Plan A — Planspiel Arbeitswelten der Zukunft«

Am Freitag den 21. September fand um 15 Uhr im Haus der Wissenschaft die erste öffentliche Runde von »Plan A — Planspiel Arbeitswelten der Zukunft« statt. Die Teilnehmer_innen wurden nach einem kurzen Briefing zu den Regeln und einer narrativen Einführung in zwei Gruppen aufgeteilt. Diese beiden Gruppen übernahmen die regionale Vertretung »Nord« und »Süd« der fiktiven Firma Bergström und Partner GmbH & Co KG, einem mittelständischen Hidden Champion im Bereich von smart home und connected devices.

Innerhalb der Gruppen »Nord« und »Süd« wurden jeweils vier Arbeitsgruppen gegründet, die sich mit verschiedenen Aspekten des Themenbereichs Arbeitswelten der Zukunft beschäftigen. Dazu zählen die Arbeitsgruppen Tradition und Nachhaltigkeit, Führung und Unternehmenskultur, Soziales und Miteinander, und Technologie und Innovation. In den folgenden Spielrunden ging es anschließend darum die Ressourcen – Geld und Wissen – für verschiedene Projekte, Initiativen, technischen Implementierungen und dergleichen auszugeben. Diese in den Gruppen getroffenen Entscheidungen ergaben, wie sich die beiden Gruppen »Nord« und »Süd« entwickelten und unterschiedene Firmen und Konzepte der Zukunft entwarfen.

Um 18 Uhr – nach dem Spiel und einer Feedbackrunde – begann der Empfang mit einer Begrüßung durch Dr. Gerrit Posselt und Dr. Stefan Böhme. In ihrem Grußwort nahm Vanessa Ohlraun, Präsidentin der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig, Bezug auf die lange Geschichte der Zusammenarbeit zwischen der Hochschule für Bildende Künste und der Technischen Universität Braunschweig, insbesondere in Bezug auf Planspiele, spielerischem Lernen und der Verknüpfung zwischen Theorie und Praxis. Dabei betonte sie die Rolle von künstlerischem, wissenschaftlichen und designorientiertem Denken für die Region Braunschweig.

Anschließend folgten drei thematische Impulse, die verschiedene Aspekte des Projektes „Planspiel Arbeitswelten der Zukunft“ beleuchteten.

Prof. Dr. Rolf Nohr, Professor für Medienästhetik und Medienkultur an der HBK Braunschweig, starte die Impulsrunde mit einem Verortung des Spiel-Begriffes, zwischen freien Spiel (play) und regelgerechten Probehandeln (game). Mit Hinblick auf Beispiele aus der deutschen und usamerikanischen Planspielgeschichte, zeigte er auf, wie sich die Ideen von gamifiziertem Lernen etablierte und verschiedene Ansätze sich entwickelten. Diesen historischen Blick wiederum kontrastierte er mit dem Projekt »Plan A — Planspiel Arbeitswelten der Zukunft«, in dem es nicht darum geht die richtigen Antworten zu finden, sondern Diskussionen anzuregen und Begriffe und Problemfelder zu vermitteln.

Anschließend sprach Prof. Dr.-Ing. Christoph Herrmann, vom Institut für Werkzeugmaschinen und Fertigungstechnik der TU Braunschweig, über die Geschichte der industriellen Entwicklungen, die Rolle der Fabrik und die Möglichkeit einer Positive Impact Factory. Fokus lag dabei auf der Frage, wie man die Zielwerte von der Verminderung von negativen Faktoren (wie Verschmutzung der Umwelt) zu positiven Einflussnahme (Solarenergie, soziales Partizipation) wechsel kann. Dabei zeigte er auch an Beispielen, wie Fabriken konkret auf Lebens-und Arbeitsräume positive einwirken können.

Auch beim letzten Impuls von Garnet Alps, Geschäftsführerin der IG Metall Braunschweig, ging es um Fabriken als Räume der Arbeit, Zusammenkunft und Teilhabe, welche durch Digitalisierung und neue Arbeitsformen transformiert und herausgefordert werden. Schwerpunkt lag dabei auf der Frage, wie sich die Rolle von Gewerkschaften in Zeiten von Industrie 4.0 verändern wird und wie Solidarität gelebt werden kann, wenn – bsp. durch Crowdworking – sich andere Formen von Arbeit durchsetzen werden.

Zum Schluss klang der Abend bei Fingerfood, Getränken und angeregten Diskussionen aus.

Das Team hinter »Plan A — Planspiel Arbeitswelten der Zukunft« möchte sich an dieser Stelle noch einmal bei allen Beteiligten, Projektpartnern, helfenden Händen und vor allem unseren Mitspieler_innen bedanken, ohne die dieser Abend nicht möglich gewesen wäre. Speziell danken wollen wir auch dem Team des Wissenschaftsjahr 2018 des Bundesministerium für Bildung und Forschung, die unser Projekt förderten und bei der Planung halfen. In den nächsten drei Monaten werden wir noch weitere Spielrunden durchführen und freuen uns dann im Dezember auf unsere Abschlussveranstaltung die neuste Version des Planspiels zu präsentieren.

Bildrechte: Rolf F. Nohr, Stefan H.