Planspiel Arbeitswelten der Zukunft

Holistic und Planspiel als Szenario-Analyse

Das Planspiel hat sich aus militärischen Simulationsprogrammen, Kriegsspielen und den Fallstudien amerikanischer Business Schools zwecks Planung und praktischer Erprobung unterschiedlicher Szenarien entwickelt. Auch heute ist das Planspiel als angewandte Methode ein sinnvolles Werkzeug, das in unterschiedlichsten Bereichen eingesetzt werden kann (z.B. in der Unternehmensführung). Dabei ist das Spielen ein kreatives Ausprobieren von Rollen und Zielen, das zugleich (auch in der Veranschaulichung von Relationen) eine praktische Lernerfahrung ermöglicht. Zudem zeichnet sich diese Erfahrung durch die, dem Spielvorgang eigne, hohe Motivation aus, die im Idealfall in einer kreativer Flow-Erfahrung mündet. So wird Wissen auf intensive Weise generiert sowie veranschaulicht und ein ganzheitliches Denken bzw. Reflektieren gefördert.
Aus zeit-, kosten- und kompetenzintensiven Gründen kommen Planspiele nur selten zum Einsatz. Mit einem sog. Planspielbaukasten, der sich auf verschiedener Fachdisziplinen übertragen lässt, können diese Faktoren minimiert werden. Ein solcher Planspielbaukasten wurde in Kooperation von dem IMF Braunschweig und dem IWF Braunschweig entwickelt und trägt den Namen „Holistic“. „Holistic“ (zu dt. ganzheitlich) ist eine generische Methodik zur Entwicklung von Planspielen mit einer Game-EngineDiese Holistic-Methode wurde zur bereits Grundlage für 4 Planspiele (“Big Motors”, “Outbreak”, “Schlau&Blau” und “Chemiewende”). Mit dem Planspiel Arbeitswelten kommt ein fünftes Planspiel dazu.
Die verschiedenen Szenarien, Verläufe und Ergebnisse des Planspiels dienen sie als Input für die Weiterentwicklung des Spielmodells. Konkret sollen aus den Ideen und Anmerkungen der TeilnehmerInnen weitere Spielkarten entstehen, sodass sich das Planspiel Arbeitswelten als Ergebnis eines partizipativen Prozesses im Laufe des Wissenschaftsjahres verändern wird.

Bisherige Kooperationen zwischen TU und HBK in Sachen Planspiel

Die Kooperation zweischen dem  IWF der TU Braunschweig und dem IMF der HBK Braunschweig reicht bis in das Jahr 2007 zurück. In diesem Zeitraum entstand die Idee, ein Business Game für die Vorlesung „Produkt- und Life-Cycle-Management“ zu entwickeln. Ziel war es, die Unterrichtsmethoden zu verbessern und es den Studierenden zu ermöglichen, das im Unterricht erlernte Wissen praktisch anzuwenden. Während das IWF das Thema und den theoretischen Inhalt des Spiels bestimmte, entwickelte die HBK Braunschweig das Spieldesign. Das Planspiel kann veranschaulichen, welche Beziehungen es in einem Unternehmen zu berücksichtigen gilt, wenn bestimmte Ziele, wie bspw. Ökologiebewusstsein oder eine verbesserte innerbetriebliche Kommunikation, angestrebt werden. Doch ist ein Planspiel nicht nur sinnvoll, um eine praktische Form von Lernen auszuführen, sondern gleichermaßen um neue (und auch wünschenswerte) Entwicklungen zu formulieren und auszuprobieren. Die neueste Version „Holistic“ setzt auf eine speziell entwickelte Software und die Integration von Barcodes, um das Spiel zu registrieren. Sie wurde im Herbst 2011 eingeführt und ist als integrierter Bestandteil der Vorlesung konzipiert. Die Vorlesung ist im Jahr 2013 mit dem „LehrLEO“ der TU Braunschweig ausgezeichnet worden.
Die Kooperationen im Bereich des Planspiels haben also eine Vorgeschichte, die mit aktuellen gemeinsamen „Planspiel Arbeitswelten der Zukunft“ fortgeführt wird.